Beschreibung der Feldwarten

 

Die Türme der Marktkirche

 

 

 

Lage: 51.790283° N, 011.141936° E

 

 

 

Auf den Türmen der Marktkirche befand sich einst die Türmerwohnung. Von dort aus hatte der Turmwächter, „Hausmann“ genannt, über die Stadt zu wachen und bei Gefahr Alarm zu geben. Solche Gefahren konnten der Ausbruch eines Feuers oder das Herannahen von Soldaten oder Räuberbanden sein. Ebenso hatte der Hausmann auf Warnsignale von den Warten zu achten.

 

Die ursprüngliche Marktkirche stammt wohl aus dem 12. Jahrhundert. Romanische Bauelemente finden sich noch im unteren Bereich des Westwerks und im südlichen Seitenschiff.

 

Der Aufgang zur Türmerwohnung erfolgte über eine Treppe im Südturm, zu der es einen direkten Zugang von außen gab. Diese kleine Tür ist auch heute noch auf der Südseite des Turms zu sehen. Die Türme befanden sich im Eigentum der Stadt.

 

Der letzte Türmer verursachte am 29. April 1901 durch Unachtsamkeit einen Brand in der Türmerwohnung, der sich schnell auf die Dachstühle des Westwerks ausbreitete und diese zerstörte. Damit endete die Zeit der Türmer in Quedlinburg. Die Dächer wurden originalgetreu wieder errichtet. Erst danach gingen die Türme in das Eigentum der Marktgemeinde über.

 

 

Die Aholzwarte

 

Lage: 51,755728° N, 011,112183° E, 146 m NN

 

Eine der 11 mittelalterlichen Feldwarten der Stadt Quedlinburg. Erbaut wurden die Feldwarten um 1300 zur Bewachung der Quedlinburger Feldflur.

 

  • bis 2018 nur noch als Ruinenhügel im Gelände sichtbar, Fundamentreste in bis zu 1,50 m Tiefe im Jahr 2019 freigelegt, dokumentiert und wieder überdeckt

  • ehemaliger Rundturm aus Sandsteinquadern vom Typ des Lethturmes

  • Außendurchmesser ca. 5,10 m

  • Wandstärken vermutlich 1,00 – 1,20 m

  • im unteren Bereich bis zu einer Höhe von 2 – 3 m voll ausgemauert, vermutlich zum Schutz vor Angriffen mit einem Rammbock

  • Eingang vermutlich in 7 m Höhe auf der der Stadt zugewandten Seite

  • frühere Höhe vermutlich 16 – 18 m

  • Es bestand eine direkte Sichtverbindung zur Türmerstube auf dem Südturm der Marktkirche.

 

Von der Aholzwarte aus konnten die in Regensteiner Besitz befindliche Lauenburg bei Stecklenberg, der rund 1,2 km südlich am Fuß des Münchebergs vorbei führenden Hesswegs und die Bodeniederung Richtung Neinstedt überblickt werden. Damit konnten besonders eventuelle Truppenbewegungen der Regensteiner Grafen rechtzeitig bemerkt und an den Türmer der Marktkirche gemeldet werden.

 

Am Montag nach Palmsonntag (25. März) des Jahre 1336 wurden die Türmer von zwei Quedlinburger Feldwarten (vermutlich Aholzwarte und Lethturm oder Bicklingswarte) von den Regensteinern überlistet. Die Türmer meldeten die herannahenden Regensteiner Truppen nicht, so dass weder die auf den Feldern arbeitenden Bauern noch die Stadtwache vor der Gefahr gewarnt worden sind. Viele Bauern wurde ge-, manche gar erschlagen. Das in der Feldflur weidende Vieh wurde geraubt.

 

Die Regensteiner gelangten unbemerkt bis vor die im Bau befindliche Mauer der Neustadt, konnten diese leicht überwinden und die Neustadt besetzen. Es folgte eine mehrere Monate dauernde Belagerung der Altstadt. Am Ende gelang es den Quedlinburgern, die Belagerung zu beenden und den Grafen Albrecht vom Regenstein gefangen zu nehmen. Die Warte war seit 1468 mit einem Kachelofen ausgestattet. Bereits 1828 war nur noch ein Stumpf erhalten.

 

Seit 2018 steht auf dem Ruinenhügel ein hölzerner Aussichtspunkt, der vom Harzklub-Zweigverein Stecklenberg errichtet wurde.

 

Im Jahr 2019 wurde nach den Fundamenten gegraben. Die dabei gefundnen, gut erhaltenen unteren Lagen verweisen auf einen Rundturm von 5,10 m Durchmesser. Die Gründungssohle liegt in rund 1,5 m Tiefe. Bilder von den Fundamentresten befinden sich in der Bildergalerie.

 

Von 2021 bis 2023 wurden die alten Fundamente stabilisiert und ergänzt. Darauf wurde der Wartenstumpf bis zu einer Höhe von ca. einem Meter einschließlich der inneren Ausmauerung getreu dem historischen Vorbild errichtet. Auf diesem Turmstumpf steht jetzt der vom Harzklubzweigverein Stecklenberg 2018 auf dem Ruinenhügel provisorisch errichtete Aussichtspunkt (s. Bildergalerie).

 

 

 

 

 

Die Altenburgwarte

 

Lage: 51,782626° N, 011,116157° E, 198 m NN

 

Eine der 11 mittelalterlichen Feldwarten der Stadt Quedlinburg. Erbaut wurden die Feldwarten um 1300 zur Bewachung der Quedlinburger Feldflur.

 

  • Turm aus Sandsteinquadern mit seltenem 5-eckigen Grundriss

  • gegenwärtige Höhe: 10 m

  • Eingang in ca. 7 m Höhe auf der der Stadt zugewandten Seite, jetzt zugemauert, die senkrechten Fugen sind im oberen Teil der Ostseite noch deutlich erkennbar

  • Es bestand eine direkte Sichtverbindung zur Türmerstube auf dem Südturm der Marktkirche.

 

Die Warte wurde 1889 vom Harzklub-Zweigverein Quedlinburg instandgesetzt und mit einer inneren Wendeltreppe versehen. Seitdem ist die Altenburgwarte ein beliebter Aussichtspunkt.

 

1992 erfolgte eine gründliche Reparatur, seit 2005 erhält der Wartenverein Quedlinburg e.V. die Warte.

 

 

 

 

 

Die Bicklingswarte

 

Lage: 51,759955° N, 011,173750° E, 157 m NN

 

Eine der 11 mittelalterlichen Feldwarten der Stadt Quedlinburg. Erbaut wurden die Feldwarten um 1300 zur Bewachung der Quedlinburger Feldflur.

 

Benannt nach dem ehemaligen Dorf Bicklingen, das in unmittelbarer Nähe westlich der Warte lag.

 

  • Rundturm aus Sandstein- und Kalksteinquadern vom Typ des Lethturmes

  • jetzige Höhe: 11,90 m, früher vermutlich 16 – 18 m

  • Durchmesser: 4,80 – 5,00 m

  • Einstiegshöhe: 7 m

  • Der Einstieg ist zum Dorf Bicklingen und zur Stadt gerichtet.

  • Es bestand eine direkte Sichtverbindung zur Türmerstube auf dem Südturm der Marktkirche.

 

Die Warte war seit 1462 mit einem Kachelofen ausgestattet. Im 19. Jahrhundert kam es zu wiederholtem Steinraub an der Warte, der jedoch umgehend repariert wurde.

 

1992/93 erfolgten eine Sanierung der stark verwitterten Warte und der Ausbau zu einem Aussichtsturm. Seit 2005 erhält der Wartenverein Quedlinburg e.V. den Turm.

 

 

 

 

 

Die Hamwarte

 

Lage: vermutlich 51,800° N, 011,1381° E, 187 m ü NN

 

Eine der 11 mittelalterlichen Feldwarten der Stadt Quedlinburg. Die Hamwarte diente als sowohl der Überwachung des Weges nach Halberstadt als auch der Weiterleitung der Signale von Warten, die keine direkte Sichtverbindung zur Türmerstube auf den Türmen der Marktkirche besaßen (Steinholzwarte, Heidbergwarte).

 

Zu Bautyp, Grundriss und Höhe ist nicht bekannt, auf historischen Stadtansichten wird sowohl eine runde als auch eine eckige Warte dargestellt. Nach der Aussage eines alten Quedlinburgers soll es sich um einen Rundturm gehandelt haben, dessen Rest noch in den 1930er Jahren am Standort sichtbar waren.

 

Auf dem Kammweg ist der ehemalige Befestigungsgraben als kleine Senke östlich vor der Höhe 187 m auf dem Hamwartenberg deutlich sichtbar.

 

Im Jahr 1637 kam es an der Hamwarte zu einem Scharmützel mit schwedischen Truppen, bei dem der Quedlinburger Rittmeister Fleischmann getötet wurde. 1791 wurde die Warte wegen angeblicher Baufälligkeit abgetragen.

 

 

 

 

 

Die Heidbergwarte

 

Lage: 51,841246° N, 011,136629° E, 212 m ü NN

 

Eine der 11 mittelalterlichen Feldwarten der Stadt Quedlinburg. Erbaut wurden die Feldwarten um 1300 zur Bewachung der Quedlinburger Feldflur, des alten Heerweges und der südlichen Feldflur der Stadt Wegeleben. Die Warte hatte keine direkte Sichtverbindung zur Türmerstube auf dem Südturm der Marktkirche, Signale wurden vom Türmer der Hamwarte weitergeleitet. Es bestand eine direkte Sichtverbindung nach Halberstadt.

 

Ein Turm aus Sandsteinquadern mit viereckigem Grundriss, auf dem sich die Türmerstube in einem Fachwerkaufsatz befand. Die Heidbergwarte wurde im Jahre 1457 weitgehend erneuert. Die Warte war seit 1458 mit einem Kachelofen ausgestattet.

 

Der bis ins 20. Jahrhundert noch gut erhaltene Turmstumpf wurde zwischen 1975 und 1979 illegal abgetragen, vermutlich um aus den Sandsteinquadern Keller für private Einfamilienhäuser zu errichten.

 

Erhalten ist nur noch ein Hügel, der aus der inneren Verfüllung des Turmes besteht.

 

 

 

 

 

Die Ilenstedter Warte

 

Lage: 51,806308° N, 011,238008° E, 137 m ü NN

 

Eine der 11 mittelalterlichen Feldwarten der Stadt Quedlinburg. Erbaut wurden die Feldwarten um 1300 zur Bewachung der Quedlinburger Feldflur, eines alten Heerweges und des Weges nach Magdeburg, die beide nahe an der Warte vorbeiführten.

 

  • ehemaliger Rundturm aus Sandsteinquadern vom Typ des Lethturmes

  • Außendurchmesser ca. 5,30 m

  • Wandstärken ca. 1,20 m unten und ca. 1 m an der Mauerkrone

  • jetzige Höhe ca. 14 m, frühere Höhe vermutlich 16 – 18 m

  • Eingang in 7 m Höhe auf der der Stadt zugewandten Seite, das Widerlager für den Türbogen wurde bei Sanierungsarbeiten im Jahr 2018 gefunden.

  • auf der Innenseite finden sich Reste eines Kuppelansatzes in ca. 10 m Höhe

  • Es bestand eine direkte Sichtverbindung zur Türmerstube auf dem Südturm der Marktkirche.

Die Ilenstedter Warte ist eine weithin sichtbare Landmarke in der Feldflur zwischen Quedlinburg und Gatersleben. Sie stand an der Kreuzung des alten Heerweges, der aus dem Raum Braunschweig zur Saale führte, und der wichtigen mittelalterlichen Handelsstraße von Goslar über Quedlinburg nach Magdeburg.

Die Ruine dieses Wartturmes ist der letzte Zeuge des östlichen Teils des Quedlinburger Wartensystems. Die einst südlich davon gelegene Sültenwarte wurde in der Barockzeit abgetragen, die in westlicher Richtung benachbarte Lehofswarte fiel dem Sandabbau am Lehofsberg zum Opfer. Seither ist nur noch an der Ilenstedter Warte die einstige östliche Grenze der großen Quedlinburger Feldflur und des Stiftsgebietes ablesbar.

Die Warte war gemäß Ratsrechnung spätestens seit 1479 mit einem Kachelofen ausgestattet.

Um 1820 brach ein Bauer aus dem Dorf Badeborn auf der Westseite der Warte Steine für den Neubau seiner Scheune heraus. Daraufhin stürzte die westliche Turmhälfte ein. Auf Weisung der preußischen Staatsregierung in Magdeburg erfolgte um 1828 die Sicherung der Ruine.

Im Jahr 2018 wurde die durch Witterungseinflüsse stark geschädigte Turmruine mit finanzieller Förderung durch das Land Sachsen-Anhalt, durch die Stiftung der Sparkasse Quedlinburg und durch den Landkreis Harz sowie mit dem Eigenanteil der Eigentümerin "Vereingte Evangelische Heilige Geist- und St. Johannis-Hospitalgemeinde zu Quedlinburg" unter Bauleitung des Wartenvereins Quedlinburg e.V. umfangreich saniert.

 

 

 

 

 

 

Die Lehofwarte

 

Lage: vermutlich 51,8114°N, 011,1657° E, 176 m ü NN

 

Eine der 11 mittelalterlichen Feldwarten der Stadt Quedlinburg. Erbaut wurden die Feldwarten um 1300 zur Bewachung der Quedlinburger Feldflur.

 

Die genaue Lage und der Bautyp sind nicht bekannt. Ebenso ist nicht bekannt, wann die aus wenigen Eintragungen in die städtischen Quedlinburger Ratsrechnungen bekannte Warte abgetragen wurde. Der Name soll von „lého“ stammen, was soviel wie „Grabhügel“ bedeutet. Der Standort fiel dem Sandabbau am Lehofsberg zum Opfer.

 

 

 

 

 

Die Lethwarte (Der Lethturm)

 

Lage: 51,743081° N, 011,151206° E, 186 m ü NN

 

Eine der 11 mittelalterlichen Feldwarten der Stadt Quedlinburg. Erbaut wurden die Feldwarten um 1300 zur Bewachung der Quedlinburger Feldflur.

 

  • Rundturm aus Sandsteinquadern

  • jetzige Höhe: ca. 18 m auf der Straßenseite, ca. 16 m über dem Sockel

  • Durchmesser Sockel ca. 5,35 m

  • Durchmesser Schaft ca. 5,20 m

  • Mauerstärke zwischen 1,20 m und 1,05 m

  • Einstiegshöhe ca. 8 m

  • Der Einstieg ist zur Stadt Quedlinburg gerichtet.

  • Besonderheiten: Eine gemauerte und gegossene Kuppel im Turm in ca. 14 m Höhe mit einem kleinen seitlichen Durchstieg

  • Es bestand eine direkte Sichtverbindung zur Türmerstube auf dem Südturm der Marktkirche.

 

Vermutlich ist der Lethturm eine der zwei Warten, die im Zusammenhang mit der Fehde zwischen der Stadt und den Regensteiner Grafen im Jahr 1336 genannt wird. Im Jahr 1336 wurden die Türmer von zwei Quedlinburger Feldwarten (vermutlich Aholzwarte und Lethturm oder Bicklingswarte) von den Regensteinern überlistet. Die Türmer meldeten die herannahenden Regensteiner Truppen nicht, so dass weder die auf den Feldern arbeitenden Bauern noch die Stadtwache vor der Gefahr gewarnt worden sind. Viele Bauern wurde ge-, manche gar erschlagen. Das in der Feldflur weidende Vieh wurde geraubt.

 

Die Regensteiner gelangten unbemerkt bis vor die im Bau befindliche Mauer der Neustadt und konnten diese leicht überwinden. Es folgte eine mehrere Monate dauernde Belagerung der Altstadt. Am Ende gelang es den Quedlinburgern, diese zu beenden und den Grafen Albrecht vom Regenstein gefangen zu nehmen.

 

Während des 2. Weltkrieges befand sich auf dem Turm ein Beobachtungs- und Signalposten des nahen Fliegerhorstes Quarmbeck (Tarnname: „Römergraben“).

 

Seit 2005 erhält der Wartenverein Quedlinburg e.V. den Turm.

 

2006 begann die Planungen zur Sanierung der Warte mit einer ersten Schadensermittlung.

 

Im Jahr 2010 konnten, gefördert vom Land Sachsen-Anhalt, eine hölzerne Zugangseben sowie eine kleine Treppenanlage bis zum Durchstieg durch die Kuppel in den Turm eingebaut werden. Danach wurde der Turm von Buschbewuchs, Vogelkot, verrotteten Pflanzenresten sowie abgewittertem Sand befreit.

 

Im Jahr 2011 finanzierte die Stadt Quedlinburg ein Flachdach für dem Lethturm. Es folgten weitere Maßnahmen wie 2012 die Überdeckung der Kuppel mit einer am Rand aufliegenden Betonplatte, und die Sanierung der Außenschale 2014.

 

Im Jahr 2020 konnte die umfangreiche Sanierung der Mauerkrone abgeschlossen werden, so dass das Dach jetzt eine sichere Auflage hat.

 

 

 

 

 

Die Seweckenwarte

 

Lage: 51,770465° N, 011,207773° E, 212 m ü NN

 

Eine der 11 mittelalterlichen Feldwarten der Stadt Quedlinburg. Erbaut wurde die Seweckenwarte vermutlich erst nach dem Sieg der Quedlinburger über die Regensteiner in der Auseinandersetzung von 1336. Sie diente der Überwachung der östlichen Quedlinburger Feldflur und vermutlich auch der Aktivitäten der Regensteiner in der Gersdorfer Burg. Vor allem diente die Warte dem Schutz der nahegelegenen Kalksteinbrüche.

 

  • jetzige Höhe: 8,50 m

  • annähernd quadratischer Grundriss, Seitenlänge: ca. 4 m

  • einzige nur aus kleinformatigem Kalkstein errichtete Warte

  • Vermutlich trug auch diese Warte einen Fachwerkaufbau.

  • Durch verschiedene Reparaturarbeiten vergangener Jahrzehnte ist der ursprüngliche Einstieg nicht mehr erkennbar.

  • Es bestand eine direkte Sichtverbindung zur Türmerstube auf dem Südturm der Marktkirche und zur Westdorfer Warte der zeitweise verbündeten Stadt Aschersleben.

 

Die Warte war seit 1457 mit einem Kachelofen ausgestattet. 1992/93 erfolgten eine Sanierung der stark verwitterten Warte und der Ausbau zu einem Aussichtsturm. Seit 2005 erhält der Wartenverein Quedlinburg e.V. den Turm.

 

 

 

 

 

Die Steinholwarte

 

Lage: 51,817762° N, 011,104098° E, 175 m ü NN

 

Eine der 11 mittelalterlichen Feldwarten der Stadt Quedlinburg. Erbaut wurde die Steinholzwarte um 1300 zur Bewachung der Quedlinburger Feldflur, der Flur Richtung Blankenburg mit der Burg Regenstein und der Halberstedter Mulde. Außerdem konnte von der Warte aus der Heerweg von Halberstadt über das Steinholz westlich der Warte zum Langensteiner Weg und weiter nach Quedlinburg beobachtet werden. Dieser Weg war zwar länger als der direkte Weg über Harsleben und Münchenhof, führte aber nicht durch die sumpfige Sülzeniederung und war bei nassem Wetter benutzbar.

 

Die Warte hatte keine direkte Sichtverbindung zur Türmerstube auf dem Südturm der Marktkirche, Signale wurden vom Türmer der Hamwarte weiter geleitet. Es bestand eine direkte Sichtverbindung nach Halberstadt.

 

  • Turm aus Sandsteinquadern

  • jetzige Höhe: 11,30 m

  • annähernd quadratischer Grundriss, Seitenlänge: ca. 4,10 m

  • Einstiegshöhe: 7,20 m

  • Die Plattform wird von einem Kreuzgewölbe getragen. Im Türsturz sind Schleifspuren der früheren Tür zu sehen, im Türgewände sind Löcher für die Vorlegeriegel deutlich sichtbar.

 

Der Hof der Warte war stark befestigt, Reste der Umfassungsmauern waren noch 1928 zu finden. Die Steinholzwarte war am längsten genutzt, da der Turmwächter gleichzeitig auch Forstaufseher im Steinholz war. 1577 wird zum ersten Mal ein „furster im steinholz“ genannt.

 

Die Warte wurde 1899 vom Quedlinburger Verschönerungsverein mit der inneren Wendeltreppe versehen und war ab April 1900 als Aussichtsturm nutzbar. 1992 erfolgte eine gründliche Reparatur, seit 2005 erhält der Wartenverein Quedlinburg e.V. die Warte.

 

 

 

 

 

Die Sültenwarte

 

Lage: ca. 51,785° N, 11,22° E, 125 m ü NN

 

Eine der 11 mittelalterlichen Feldwarten der Stadt Quedlinburg. Erbaut wurden die Feldwarten um 1300 zur Bewachung der Quedlinburger Feldflur.

 

Die Warte lag ca. 500 m östlich der Brücke über den Sülzenborn vermutlich etwas südlich neben der Chaussee nach Hoym am östlichen Ortsrand des ehemaligen Dorfes Sülten, das sich zu beiden Seiten des Sültenborns erstreckte.

Der runde steinerne Turm war von eine Wall- und Grabenanlage umgeben. Im Jahr 1856 lagen noch Trümmer am Standort.