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Juni 2021

 

Sanierung des Turmstumpfes der Aholzwarte begonnen

 

 

Nachdem im Jahr 2019 die Fundamente der Aholzwarte freigelegt und untersucht worden waren, begannen in diesem Jahr die Sicherungs- und Sanierungsarbeiten.

 

Zunächst wurde das verwitterte Mauerwerk auf dem Wartenstumpf abgetragen und neu aufgemauert, damit zukünftig kein Niederschlagswasser mehr in das historische Mauerwerk eindringen kann. Danach wurden die Fundamente wieder freigelegt. Sie waren 2019 wieder abgedeckt worden, um sie vor weiterer Verwitterung zu schützen. Die obere Steinlage wurde verfestigt, damit darauf überhaupt wieder aufgebaut werden konnte. Auf der Nordseite der Turmruine war noch ein Teil der obersten Fundamentschicht erhalten. Auf diese Höhe mussten das Fundament auch auf den anderen Seiten gebracht werden. Dazu war es erforderlich, einen Höhenausgleich von bis zu 50 cm zu schaffen. Um für den weiteren Aufbau des Turmschaftes eine tragfähige Gründung herzustellen, wurde einen Ringbalken aus Beton zur gleichmäßigen Lastverteilung eingebaut. Zuerst erfolgte der Bau der Auflagepunkte für die Schalungssteine in der erforderlichen Höhe, dann das exakt waagerechte Versetzen der Schalungssteine und zum Schluss der Verguss mit Beton. Um Mörtel und vor allem Wasser zu sparen, wurden Bruchteine aus dem Schutt des verwitterten Kernmauerwerks möglichst dicht in den flüssigen Beton gedrückt. Damit ist zumindest diese mittelalterliche Bauweise in den neuzeitlichen Betonbalken eingeflossen, der später nicht mehr zu sehen sein wird.

 

 

 

 

                                 Setzen der Schalungssteine

 

 

 

                                 Fertiger Ringbalken

 

 

 

Die Schalungssteine wurden nicht vollständig gefüllt, damit sich der Mörtel für die erste Steinschicht besser „verkrallen“ kann.

 

Auf diesen Ringbalken wird das neue Mauerwerk aus gebrauchten Sandsteinquadern in einem historisch korrekten Format aufgebaut werden. Die Stadt Quedlinburg stellt uns aus dem Bestand des Lagers für historische Baustoffe großformatige Sandsteine zur Verfügung, die von einem Steinmetzbetrieb auf das erforderliche Format zugeschlagen und dann fachgerecht kreisrund verbaut werden. Der Umfang der Außenschale wird 16 Meter lang sein. Dafür sind etwa 40 Steine mit einem Gewicht von je 70 bis 80 Kg nötig.

 

Ziel ist es, mindestens eine Schicht Sandsteinmauerwerk herstellen zu lassen. Damit soll der Grundriss des alten Wartturmes erkennbar werden. Ob noch eine zweite Schicht folgen kann, wird im Wesentlichen vom Geld abhängen. Deshalb sind wir im Moment besonders auf Spenden angewiesen, da wir das Rohmaterial in diesem Jahr zur Verfügung hätten.

 

Auf jeden Fall kann später je nach finanzieller Lage und der Verfügbarkeit von Sandsteinen die Rekonstruktion schichtweise fortgesetzt werden.

 

 


Januar 2021

 

Lethturm, Sanierung des Turmschaftes abgeschlossen

 


Im November des vergangenen Jahres konnte die Sanierung der Mauerkrone des Lethturms endlich abgeschlossen werden. Warme Sommer mit Temperaturen von über 300 C unter dem Dach machten ein Arbeiten dort unmöglich, der Mörtel wäre vertrocknet ohne abzubinden. Auch auf die am Turm brütenden Falken mussten wir Rücksicht nehmen, 6 Jungvögel konnten in diesem Jahr von einem Fachmann vor Ort beringt werden. Doch dann war es endlich geschafft. Die Mauerkrone wurde mit einem Mörtelschlag endgültig abgedeckt, die Fugen der oberen Steinreihen erhielten ihre Deckverfugung und die Solbänke der beiden Fensteröffnungen wurden völlig neu aufgebaut. Viele Eimer Bauschutt wurden vom Turm geschafft und eine kleine Notreseve an Baumaterial so eingelagert, dass sie auch noch in ein paar Jahren genutzt werden kann.

 

Danach erfolgte eine Art Abschlussbegehung mit dem Oberbürgermeister und der Presse. Auch der Mitteldeutsche Rundfunk berichtete darüber.

 

Hier eine Übersicht über die einzelnen Sanierungschritte:

 

2006 „Erstbesteigung“, erste Schadenanalyse

 

2007/08 Planung Zugangsebene, Beantragung von Fördermitteln für 2009

 

2009 erneute Beantragung von Fördermitteln für 2010

 

2010 Einbau der Zugangsebene durch einen Fachbetrieb, erstmalige Begutachtung des Zustandes der Kuppel und der Mauerkrone, auf der Kuppel liegen ca. 30 - 40 cm Humus aus Vogelkot, verrottetem Laub und Sand aus den Fugen und von den verwitterten Steinoberflächen, es wachsen dort hohe Brennnesseln und Holunderbüsche bis zu einem Stammdurchmesser von 15 cm, auf der Mauerkrone wachsen Büsche, Gras und Wildkräuter, ein Weißdornbusch hat einen ca. 15 cm dicken Stamm, die Steine der oberen Schichten liegen lose, ohne jeglichen Fugenmörtel auf der Mauerkrone

 

2011 Beräumen der Kuppel, 150 - 200 Baueimer voll Humuserde werden werden 4 m über eine Leiter hinauf zur Mauerkrone gebracht und von dort hinunter gekippt, es werden auf der Kuppel Reste von gestampftem Lehmboden gefunden, die oberen Lagen des Kuppelmauerwerks sind stark verwittert, der Mörtel ist zerfallen, die Steine liegen lose auf der Kuppel, die gesamte Kuppel ist durchnässt, im Scheitelpunkt ist die Kuppel nur 19 cm stark und der alte Mörtel ist morsch.

 

2012 Kuppelsanierung, lose Steine auf der Kuppel werden wieder in Mörtel verlegt, eine dicke Platte aus Beton mit Stahlbewährung wird so eingebracht, dass diese Platte nur am Rand aufliegt und so die mittelalterliche Kuppel nicht belastet wird, die Statik für die Platte ist so ausgelegt, dass später auf der Plattenmitte eine Spindeltreppe aufgebaut werden kann.

 

Auf die Betonplatte wird eine rund 2 m hohe hölzerne Arbeitsebene eingebaut, damit kann die Mauerkrone erreicht werden und die Sicherung der oberen Steinschichten der Innenschale beginnen,

 

2013 Fortsetzung der Sicherungsarbeiten, Anheben des Daches und Ablasten der Sparren auf der gesicherten Innenschale als Voraussetzung für die Sanierung der Außenschale,

 

Schadenermittlung Außenschale, Sanierungsplanung, Beantragung von Fördermitteln bei Lotto-Toto, Aufhängen von Nistkästen an den Bäumen im Turmumfeld

 

Beschaffung und Zusammenbau Fassadenleiter, Montage durch einen Fachbetrieb

 

2014 Sanierung der Außenschale des Lethturms, Aufbau der großen Rüstung im Februar, Verschließen aller Bruthöhlen vor Beginn der Brutsaison, Ausweichnistkästen hängen an den Bäumen im Umfeld, Auskratzen des losen Mörtels, Entfernen alter Vogelnester und des Bewuchses, lagenweises Verfüllen (je Woche ca. 2 cm), die Deckverfugung erfolgt durch einen Restaurator, es werden über 1300 m Fugen saniert, die Vereinsmitglieder leisten über 1000 Stunden ehrenamtliche Arbeit,

 

2015 (Sanierung Außenschale Seweckenwarte), Fällen einer Vielzahl abgestorbener Eschen im Umfeld mit Unterstützung durch das THW

 

2016 Beginn Sanierung des Kerns der Mauerkrone,

 

Einebnen und Abdecken der kleinen Aschengrube nördlich des Lethturms, Umfeldpflege, Pflanzen von Büschen,

 

2017 Fortsetzung der Sanierung der Mauerkrone, Ausräumen des Mauerkerns bis zu 50 cm Tiefe,

 

2018/19 Fortsetzung der Arbeiten an der Mauerkrone, wegen der heißen Sommer können die Arbeiten nur im Herbst erfolgen,

 

2020 die Arbeiten können wegen brütender Falken und des heißen Sommers erst im Herbst fortgesetzt und abgeschlossen werden,

 

 

 

Für die Sanierung der Mauerkrone wurden rund 2 Tonnen Sand und Kies verbaut, zusätzlich zu den im Mauerkern vorhandenen Sandsteinen wurde noch eine Tonne Sandsteine zusätzlich eingebaut, weil im mittelalterlichen Mauerkern die Steine nicht so dicht lagen.

 

Für die Sanierung des gesamten Turmschaftes wurden von den Vereinsmitgliedern von 2010 bis 2020 mehr als 2000 Arbeitsstunden geleistet.

 

Dazu kommen noch viele Hundert Stunden für Reparatur- und Sanierungsarbeiten an den anderen Warten sowie für die Pflege des Umfeldes der Warten.

 

Ausblick:

 

In den nächsten Jahren muss noch der Sockel des Turmes nachgearbeitet werden. Im Inneren des Mauerwerks gibt es dort Hohlräume, die mit Verpressmörtel ausgefüllt werden müssen. Dadurch würde sich die Stabilität des Sockels erhöhen. Da sich aber im Moment keine Bauschäden zeigen, können diese Arbeiten einige Zeit aufgeschoben werden.

 

 

 

 

 

 

September 2020

 

Lethturm, Mauerkrone fertig gestellt

 

Als wir im Dezember 2010 zu ersten Mal vom Gerüst aus die Mauerkrone des Lethturms ansehen konnten, fanden wir nur noch lose Steine vor. Dazwischen wuchsen Gras, ein kräftiger Weißdornstrauch und eine Birke. Auf der Kuppeldecke standen mehr als armstarke Holunderbüsche und mannshohe Brennnesseln.

 

 

 

 

 

Nachdem der grobe Bewuchs entfernt war, konnte das Dach montiert werden. Eine stabile Auflage dafür gab es nicht, so wurden die Sparren mit Flachstahlbändern gehalten, die rund zwei Meter unterhalb der Mauerkrone in der Wand verschraubt waren. Von einem hölzernen Arbeitsgerüst aus begannen wir mit der Stabilisierung der Mauerkrone. Zuerst wurden die teilweise völlig leeren Fugen der Innenschale mit Mörtel ausgestopft, um des Dach dann darauf halbwegs statisch sicher abzulasten. Gleichzeitig wurde das Dach etwas angehoben, damit wir die Steine der Außenschale vom großen Gerüst aus sichern konnten.

 

Nach der Außensanierung im Jahr 2014 begannen wir, den völlig desolaten Mauerkern auszuräumen. Viele Eimer voll Bauschutt brachten wir vom Turm herab.

 

 

 

 

 

Die Wurzel der Gehölze hatten dem Mauerwerk tüchtig zugesetzt. So mussten wir den Mauerkern bis zu 50 cm tief ausräumen. Die Arbeiten waren sehr anstrengend, da man unter dem Dach nur gebückt arbeiten kann und zwischen Mauerkrone und Dach nur wenig Platz ist.

 

 

 

 

Dann begann der Neuaufbau des Mauerkerns. Zuerst wurde eine Schicht Kalkmörtel als Lagerfuge eingebracht, dort hinein wurden die Bruchsteine möglichst dicht gepackt. Dann musste der Mörtel mindestens eine Woche aushärten. Danach erfolgte der Verguss der Fugen zwischen den Steinen, dann kam wieder die Wartezeit. Und so wären wir vielleicht nach 12 bis 15 Wochen fertig geworden, wenn es 2018 und 2019 im Sommer nicht so heiß gewesen wäre. Bei den hohen Temperaturen wäre der Mörtel zu schnell getrocknet ohne abzubinden. So konnten wir jeweils nur im Herbst etwas weiter an der Mauerkrone arbeiten.

 

 

Im Frühjahr 2020 brütete ein Falkenpärchen in einem der Turmfenster. Da wollten wir nicht stören, dann kam wieder ein heißer Sommer.